Vegetation und Heuschrecken der subalpinalpinen Stufe : Pflanzensoziologische und biozönologische Studien auf der Schynigen Platte (Berner Oberland)

Fischer, Beat; Wachter, Matthias (1993). Vegetation und Heuschrecken der subalpinalpinen Stufe : Pflanzensoziologische und biozönologische Studien auf der Schynigen Platte (Berner Oberland). Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft in Bern, 50, pp. 99-146. Naturforschende Gesellschaft Bern 10.5169/seals-318576

[img] Text
mnb-002_1993_50__112_d.pdf - Published Version
Restricted to registered users only
Available under License Publisher holds Copyright.

Download (25MB) | Request a copy

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Pflanzengesellschaften der subalpin-alpinen Stufe und den darin lebenden Heuschreckenarten. Untersuchungsgebiet ist ein 45 ha grosses, reich gegliedertes Gelände im Gebiet der Schynigen Platte, Berner Oberland. Die Untersuchungen, die in den Jahren 1989 und 1990 stattfanden, gliederten sich in einen rein pflanzensoziologischen und einen biozönologischen Teil. Um die Vegetation zu erfassen, wurden 121 Vegetationsaufnahmen erhoben. Durch anschliessende Tabellenarbeit konnten 14 verschiedene Vegetationstypen ausgeschieden werden. Diese wurden mit Hilfe der Literatur schon beschriebenen Pflanzengesellschaften zugeordnet oder als Varianten weitergehend differenziert. Zudem wurde im Gebiet die Anemone narcissiflora-Nardus stricta-Sukzessionsgesellschaft beschrieben, ein vergandender Borstgrasrasen des Nardion-Verbandes. Er lehnt sich floristisch ans Caricetum ferrugineae an und weist eine reiche Artengarnitur auf. Ein grosser Teil des Gebietes besteht aus Weiden unterschiedlicher Ausprägung. Es handelt sich um verschiedene Typen des Geo montani-Nardetum und des Crepido-Festucetum rubrae. Stark anthropozoogen geprägte Vegetation stellen auch das Rumicetum alpini und das Poetum supinae dar. Natürliche oder wenig beeinflusste Vegetation findet sich an exponierten Stellen und an steilen Hängen: Auf verfestigtem Blockschutt in schattigen Hängen ist das Rhododendro hirsuti-Mugetum und in gleicher Exposition mit einer grösseren Bodenauflage das Salicetum retuso-reticulatae anzutreffen. Die zwei verschiedenen Subassoziationen des Seslerio-Caricetum sempervirentis bevorzugen offene, steile Hänge, die gut besonnt werden. Der andere Kalkrasen, das Caricetum ferrugineae, liebt ähnliche Standorte, die jedoch einen feuchten Untergrund aufweisen. In 30 ausgewählten biozönologischen Untersuchungsflächen wurden im Abstand von vier Wochen mit Hilfe einer semiquantitativen Methode die Heuschrecken registriert. Ausserdem wurden wichtige Standortsfaktoren aufgenommen und die Flächen pflanzensoziologisch zugeordnet. Zusätzliche Methoden zur Erfassung der Heuschrecken wie auch Langzeitmessungen der Temperatur im Bereich der Bodenoberfläche ergänzten die Aufnahmen der Flächen. Unter Zuhilfenahme von deskriptiver, multivariater Statistik wurden die Resultate dargestellt und interpretiert. Die Ergebnisse machen deutlich, dass das topographisch vielgestaltige Gelände ein kleinflächiges Mosaik von Biotopen enthält, die unterschiedlichste Ausprägungen von Standortsfaktoren aufweisen. Im Untersuchungsgebiet sind elf Heuschreckenarten nachgewiesen worden. Diese sind nicht zufällig im Gelände verteilt, sondern zeigen Präferenzen für bestimmte Lebensräume. Als poikilotherme Insekten haben die Heuschrecken ihren Verbreitungsschwerpunkt auf südlich exponierten, stärker besonnten und früh ausapernden Flächen. Doch die Biotopbindung ist ausgesprochen artspezifisch und nicht nur mit abiotischen Faktoren erklärbar. Für jede Art wird die Habitatwahl im Untersuchungsgebiet erläutert und mit Hilfe von autökologischen Angaben aus der Literatur Hypothesen zur Ursache der Biotopbindung diskutiert. Dabei wird deutlich, dass auch biotische Faktoren - wie die Vegetationsdeckung oder die Beweidung - eine wesentliche Rolle für die Habitatbesetzung spielen können. Die Pflanzengesellschaften eignen sich zur Indikation der Heuschreckenfauna vor allem dann, wenn deren Subassoziationen und Varianten mitberücksichtigt werden.

Item Type:

Journal Article (Original Article)

Division/Institute:

08 Faculty of Science > Department of Biology > Institute of Plant Sciences (IPS) > Botanical Garden

UniBE Contributor:

Fischer, Beat

Subjects:

500 Science > 580 Plants (Botany)

ISSN:

0077-6130

Publisher:

Naturforschende Gesellschaft Bern

Language:

German

Submitter:

Peter Alfred von Ballmoos-Haas

Date Deposited:

31 Jan 2018 15:03

Last Modified:

31 Jan 2018 15:03

Publisher DOI:

10.5169/seals-318576

BORIS DOI:

10.7892/boris.101376

URI:

https://boris.unibe.ch/id/eprint/101376

Actions (login required)

Edit item Edit item
Provide Feedback