Internet-basiertes Metakognitives Training für Menschen mit Psychose

Rüegg, Nina; Moritz, Steffen; Westermann, Stefan (25 May 2017). Internet-basiertes Metakognitives Training für Menschen mit Psychose (Unpublished). In: 10. Workshopkongress für Klinische Psychologie & Psychotherapie und 35. Symposium der Fachgruppe Klinische Psychologie & Psychotherapie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs). Chemnitz, Deutschland. 25.-27. Mai 2017.

Obwohl eine Vielzahl psychologischer Behandlungen für Menschen mit psychotischen Störungen existiert, erreicht das Angebot nicht alle Betroffenen. Das Internet bietet die Möglichkeit, Interventionen ortsungebunden einer großen Anzahl Menschen zur Verfügung zu stellen. Internet-basierte Interventionen im Selbsthilfeformat haben sich für eine Reihe von psychischen Störungen als wirksam erwiesen. Ebenfalls wirksam ist das Metakognitive Training (MKT), eine psychologische Gruppenintervention für Psychose-Patienten. Die Ziele dieser Pilotstudie waren, (1) eine neu entwickelte, Internet-basierte Version des MKT (Online-MKT) im Hinblick auf das Nutzungsverhalten von Teilnehmenden zu untersuchen, (2) unerwünschte Effekte zu erfassen und (3) die Wirksamkeit des Programms zu überprüfen. Im Rahmen der unkontrollierten Interventionsstudie nutzten 15 Probanden mit einer selbstberichteten psychotischen Störung das Online-MKT. Die Analyse der Prä- und Post-Fragebogenangaben zeigte keine signifikante Veränderung der Symptomatik nach sechs Wochen. Dies ist möglicherweise darauf zurückzuführen, dass eine Behandlung metakognitiver Defizite einer stärker gestützten Behandlung bedarf. Dass zwei Drittel der Teilnehmer das Programm vollständig bearbeiteten und nur 2.4% aller Antworten zu Nebenwirkungen auf schwerwiegende unerwünschte Effekte hinwiesen, bestätigt die Machbarkeit der Intervention. Die Generalisierbarkeit der Ergebnisse ist eingeschränkt, da der Mehrzahl der Probanden die Inhalte des MKT bereits bekannt waren. Es ist also grundsätzlich möglich, Internet-basierte Interventionen auch für Menschen mit Psychose zur Verringerung der Versorgungslücke einzusetzen. Empfehlungen für zukünftige Interventionen dieser Art werden diskutiert.

Item Type:

Conference or Workshop Item (Poster)

Division/Institute:

07 Faculty of Human Sciences > Institute of Psychology > Clinical Psychology and Psychotherapy
07 Faculty of Human Sciences > Institute of Psychology

UniBE Contributor:

Rüegg, Nina Lee and Westermann, Stefan

Subjects:

600 Technology > 610 Medicine & health
100 Philosophy > 150 Psychology

Language:

German

Submitter:

Salome Irina Rahel Bötschi

Date Deposited:

15 Sep 2017 16:16

Last Modified:

15 Sep 2017 16:16

URI:

https://boris.unibe.ch/id/eprint/101418

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