Dynamik motivationaler Konflikte im Alltag: Eine explorative Netzwerkanalyse

Steiner, Fabian; Banisch, Sven; Westermann, Stefan (26 May 2017). Dynamik motivationaler Konflikte im Alltag: Eine explorative Netzwerkanalyse (Unpublished). In: 10. Workshopkongress für Klinische Psychologie und Psychotherapie und 35. Symposium der Fachgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs). Chemnitz, Deutschland. 25.05.-27.05.2017.

Motivationale Kongruenz entsteht, wenn Menschen ihre motivationalen Ziele (z.B. gemocht werden oder autonom sein) in ihrer Umwelt erfolgreich realisieren können. Gelingt dies nicht und verbleibt eine Diskrepanz zwischen motivationalen Zielen und Wahrnehmung entsteht Inkongruenz, die als eine Ursache für die Entstehung und Aufrechterhaltung von Psychopathologie gelten kann (Grosse Holtforth & Grawe, 2003). Bisher ist unklar, inwieweit intrapsychische Konflikte zwischen Motiven (sog. Diskordanz) eine Quelle von Inkongruenz im Alltag sind (z.B. weniger gemocht werden in Kauf nehmen um Autonomie zu wahren). Die Studie testet die Hypothese, dass Inkongruenz durch intrapsychische Motiv-Konflikte mitbedingt wird. Die Visualisierung und Analyse von Motiv-Konflikten wird durch das Verständnis der Motiv-Dynamik als Netzwerk erleichtert. Die Motive als Knoten bilden verbunden durch (In)Kongruenz-Beziehungen ein Netzwerk. Empirisch informiert wurden die Netzwerke dieser Studie durch eine Experience-Sampling-Erhebung mit N=52 Studierenden, die über 6 Tage täglich 6-mal ihre motivationale Inkongruenz berichteten. Vorläufige Ergebnisse deuten auf Motivgruppen hin, die gleichzeitig befriedigt bzw. verletzt werden (z.B. Leistung, Status und Selbstsicherheit; Partialkorrelationen (pr) zwischen .108 und .244, p < .05). In Einklang mit der Hypothese konnten auch Motiv-Konflikte aufgezeigt werden (z.B. Selbstsicherheit und Hilfe erhalten, pr = -.109, p < .05), bei denen die Realisierung des einen Motives die des anderen behindert und umgekehrt. Die Hypothese von intrapsychischen Motiv-Konflikten als Quelle von Inkongruenz konnte bestätigt werden. Neben den Limitationen der Studie werden Implikationen für die therapeutische Praxis diskutiert.

Item Type:

Conference or Workshop Item (Poster)

Division/Institute:

07 Faculty of Human Sciences > Institute of Psychology > Developmental Psychology
07 Faculty of Human Sciences > Institute of Psychology > Clinical Psychology and Psychotherapy
07 Faculty of Human Sciences > Institute of Psychology

UniBE Contributor:

Steiner, Fabian and Westermann, Stefan

Subjects:

100 Philosophy > 150 Psychology
600 Technology > 610 Medicine & health

Language:

German

Submitter:

Salome Irina Rahel Bötschi

Date Deposited:

13 Oct 2017 15:04

Last Modified:

13 Oct 2017 15:04

URI:

https://boris.unibe.ch/id/eprint/101690

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