Relevante Variablen für den Effekt eines computergesteuerten Inhibitionstrainings bei PatientInnen mit einer Alkoholkonsumstörung

Batschelet, Hallie; Tschümperlin, Raphaela Martina; Moggi, Franz; Soravia, Leila M.; Rösner, Susanne; Keller, Anita; Wopfner, Alexander; Stein, Maria (9 November 2017). Relevante Variablen für den Effekt eines computergesteuerten Inhibitionstrainings bei PatientInnen mit einer Alkoholkonsumstörung (Unpublished). In: Alkoholismus Therapieforschung Schweiz (ATF) Tagung - "Motivation und Sucht". Zürich. 09.11.2017.

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Hintergrund Alkoholabhängigkeit stellt eine der häufigsten psychiatrischen Erkrankungen unserer Gesellschaft dar. Aktuelle Konzepte der Krankheit gehen von einem Ungleichgewicht zwischen einer erhöhten Anreizwirkung gegenüber alkoholspezifischen Reizen und einer verminderten Inhibitionskontrolle aus. Computergestützte Trainingsinterventionen können solche maladaptiven Inhibitionsprozesse verändern und letztendlich das Trinkverhalten reduzieren. Dies wurde jedoch bisher nur bei Personen mit hohem Alkoholkonsum, nie aber in klinischen Populationen untersucht. Möglicherweise hängen gewisse Variablen mit der Inhibitionskontrolle und/oder dem Trainingseffekt zusammen. Ziel Ein Hauptziel der Studie ist es zu untersuchen, ob das Inhibitionstraining zu einer erhöhten Inhibitionskontrolle und längerfristig weniger Rückfällen bei alkoholabhängigen PatientInnen führt. Um die Ausgangslage vor dem Training umfassend zu beschreiben, konzentriert sich die gegenwärtige Analyse auf Variablen, die möglicherweise mit der Inhibitionskontrollleistung zusammenhängen, wie beispielsweise Schweregrad der Abhängigkeit. Ziel ist zu eruieren, auf welche Eigenschaften von PatientInnen bei der Implementierung eines Inhibitionstrainings besonders geachtet werden sollte. Methode In dieser randomisiert-kontrollierten, doppelblinden Studie absolvieren alkoholabhängige PatientInnen entweder sechs Sitzungen eines computergesteuerten alkoholspezifischen Inhibitionstrainings mit dem Ziel, die alkoholspezifische Inhibitionskontrolle zu erhöhen, oder eine Kontrollbedingung. Zu Beginn der Studie werden eine Reihe von Fragebögen sowie Interviews durchgeführt. Vor und nach dem Inhibitionstraining wird die Inhibitionskontrolle anhand der Fehlerquote (Errors of Commission: EoC) in einen Go-NoGo-Task gemessen. Resultate Die Anzahl EoC vor dem Inhibitionstraining korreliert negativ mit dem Bildungsniveau (r = -0,305, p <0,01) und der Motivation, weniger zu trinken (r = -0,341, p <0,01). Eine Regressionsanalyse zeigt, dass 17,4% der Varianz vorausgesagt werden kann (R2 = 0,174, F = 8,001, df = 76, p <0,01). Weder Alter noch verschiedene Masse des Schweregrads (z.B. Anzahl DSM 5-Kriterien, Alkoholkonsum der letzten 3 Monate) korrelierten signifikant mit der Inhibitionskontrolle vor dem Inhibitionstraining . Schlussfolgerung Teilnehmer mit weniger Bildung und weniger Motivation, ihr Trinkverhalten zu ändern, zeigen weniger Inhibitionskontrolle vor dem Training. Dies könnte bedeuten, dass motivationale Interventionen zusätzlich zu einem potentiell gewinnbringenden Inhibitionstraining von Vorteil sein könnten. Entgegengesetzt der auf Literatur basierenden Annahmen, hängt der Schweregrad nicht mit der Inhibitionskontrollleistung vor dem Training zusammen. Weitere Berechnungen werden zeigen, ob der Schweregrad als Kovariate bei der Analyse der Trainingseffekte von Relevanz ist. Bei zukünftigen Analysen unserer Studie, in welchen wir Effekte des Inhibitionstrainings betrachten werden, sollen potentielle mediierende oder moderierende Einflüsse u.a. der genannten Variablen auf den Trainingseffekt berücksichtigt werden.

Item Type:

Conference or Workshop Item (Poster)

Division/Institute:

04 Faculty of Medicine > University Psychiatric Services > University Hospital of Psychiatry and Psychotherapy > Translational Research Center
07 Faculty of Human Sciences > Institute of Psychology > Clinical Psychology and Psychotherapy
04 Faculty of Medicine > University Psychiatric Services

Graduate School:

Graduate School for Health Sciences (GHS)

UniBE Contributor:

Batschelet, Hallie Margareta; Tschümperlin, Raphaela Martina; Moggi, Franz; Soravia, Leila; Wopfner, Alexander and Stein, Maria

Subjects:

600 Technology > 610 Medicine & health
100 Philosophy > 150 Psychology

Funders:

[42] Schweizerischer Nationalfonds

Language:

German

Submitter:

Hallie Margareta Batschelet

Date Deposited:

11 Dec 2017 09:43

Last Modified:

25 Oct 2019 00:40

BORIS DOI:

10.7892/boris.106907

URI:

https://boris.unibe.ch/id/eprint/106907

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