KODIERUNG DER MANGELERNÄHRUNG IN DER CH: WIRKSAM UND EFFIZIENT

Meier-Abt, Peter; Aeberhard, Carla; Endrich, O; Aubry, E; Leuenberger, Michèle Simone; Sterchi, Anna-Barbara; Stanga, Zeno (20 June 2017). KODIERUNG DER MANGELERNÄHRUNG IN DER CH: WIRKSAM UND EFFIZIENT. Aktuelle Ernährungsmedizin, 42(03). Thieme 10.1055/s-0037-1603266

Introduction: Die krankheitsassoziierte Mangelernährung (KAM) ist in Schweizer Spitälern ein häufiges Problem (20 – 50% der Hospitalisierten[i]) mit weitreichenden medizinischen und ökonomischen Folgen. Im SwissDRG-System erbringt die Kodierung der KAM nur bei gewissen Fällen einen Mehrerlös; bei der Mehrheit gibt es trotz ernährungstherapeutischem Aufwand keinen. Objectives: Die vorliegende 4-Jahres-Analyse soll zeigen, ob der Mehrerlös durch die Kodierung der KAM resp. einer E4_ Diagnose kostendeckend ist. Dazu wird dargelegt, bei welchen Patientengruppen besonders oft eine KAM-Diagnose vorliegt. Methods: In dieser retrospektiven Datenerhebung wurden alle stationären Patienten im Inselspital Bern mit einer E4_ Diagnose (E40 – E46) in den Jahren 2013 bis 2016 analysiert. Betrachtet wurden die Hauptdiagnose, die Hospitalisationsdauer, die Art der KAM-Therapie, der Mehrerlös und die Kosten. Der Aufwand für die Ernährungsberatung, Pflege und Ernährungstherapie (Zwischenmahlzeiten, orale Nahrungssupplemente (ONS), Sondenkost, parenterale Nährlösungen, Material etc.) wurde hochgerechnet. Die Patienten wurden aufgrund ihrer Haupt-Diagnose in 12 Gruppen eingeteilt, die auf der ICD-10 Klassifikation der WHO beruhen. Neugeborene und Kinder wurden separat eingeteilt. Results: Von den stationären Patienten (n = 169.515) in den 4 Jahren wurden insgesamt 5.442 Fälle (3,2%) mit KAM kodiert. Davon waren 462 Fälle (8,5%) erlösrelevant. Von den 5.442 Patienten erhielten 3.211 (59%) ONS, 1.578 (29%) enterale Ernährung und 653 (12%) parenterale Ernährung. Die Kodierung der KAM ergab einen Mehrerlös von EUR 3.283.700 und einen Aufwand von EUR 2.634.600. Die erlösrelevanten Fälle wurden mehrheitlich mit leichter und mittelschwerer KAM kodiert. Die durchschnittliche Hospitalisationsdauer betrug 20,4 (± 19,8) Tage, diejenige der DRG-relevanten nur 11,8 (± 7,3) Tage. Am häufigsten mit KAM kodiert wurden onkologische Patienten (n = 1708, 31,4%), gefolgt von Patienten mit Krankheiten des Verdauungssystems (n = 671, 12,3%) und des Kreislaufsystems (n = 609, 11,2%). Der Anteil der Kinder betrug 4,9% (n = 267). Conclusion: Diese Analyse zeigt, dass der Mehrerlös durch die Kodierung der KAM im SwissDRG-System den finanziellen Aufwand für die ernährungstherapeutischen Behandlungen deckt. Die konsequente Erfassung, Behandlung und Kodierung der KAM führt zu einer hohen Behandlungsqualität und ist zudem kosteneffizient.

Item Type:

Conference or Workshop Item (Poster)

Division/Institute:

04 Faculty of Medicine > Department of Gynaecology, Paediatrics and Endocrinology (DFKE) > Clinic of Endocrinology, Diabetology and Clinical Nutrition

UniBE Contributor:

Meier-Abt, Peter; Aeberhard, Carla; Leuenberger, Michèle Simone; Sterchi, Anna-Barbara and Stanga, Zeno

Subjects:

600 Technology > 610 Medicine & health

ISSN:

0341-0501

Publisher:

Thieme

Language:

German

Submitter:

Markus Laimer

Date Deposited:

22 Feb 2018 10:45

Last Modified:

22 Feb 2018 10:45

Publisher DOI:

10.1055/s-0037-1603266

URI:

https://boris.unibe.ch/id/eprint/111527

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