Implizite vs. explizite Teamkoordination - Zusammenhänge zwischen Teamkognitionen und Teamleistungsaspekten im Kontext Nach-wuchsspitzenfussball

Blaser, Marc Andreas (14 September 2018). Implizite vs. explizite Teamkoordination - Zusammenhänge zwischen Teamkognitionen und Teamleistungsaspekten im Kontext Nach-wuchsspitzenfussball (Unpublished). In: dvs Sportspielsymposium 2018. Heidelberg. 13.09.2018-15.09.2018.

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Einführung Effektive und effiziente Teamhandlungen und Teamleistungen sind u.a. abhängig von Teamkognitionen (Gray, Cooke, McNeese & McNabb, 2017). Insbesondere in interaktiven Mannschaftssportarten, welche sich durch eine hohe Dynamik und Offenheit des Spiel-geschehens sowie grossem Zeit- und Organisationsdruck charakterisieren lassen, wer-den Teamkognitionen als essentiell erachtet (Rentsch & Davenport, 2006). Einer implizi-ten Koordination der Einzelhandlungen, die auf geteilten und sich ergänzenden Wis-sensinhalten beruht, wird gegenüber einer expliziten Koordination, welche auf verbaler Kommunikation basiert, insofern einen Mehrwert attestiert, dass sie ohne zusätzliche kognitive Kosten vonstattengehen kann und ein schnelles und anstrengungsloses Zu-sammenspiel erlaubt (Hänsel & Baumgärtner, 2014). Empirische Evidenz über Zusam-menhänge von Teamkognitionen und Teamleistungen sind im Spielsport Fußball jedoch noch keine vorhanden. Methode U18 und U21 Nachwuchsspitzenfußballer (N = 46) absolvierten in Duos drei Testläufe auf Zeit in einer halbstandardisierten Pass-/Laufkombinationsaufgabe. Nach einer Ein-übungsphase und vor der Testlaufphase wurden per Fragebogen Wissensbestände über die eigenen und die antizipierten Handlungen des Mitspielers, sowohl als Passgeber als auch als Passempfänger, erhoben. Aus den Antworten wurde ein auf die Handlung be-zogener, komplementärer Übereinstimmungsindex errechnet. Verbale Kommunikations-inhalte der Spieler wurden per Rundmikrophon aufgezeichnet. Als Teamleistungsvariab-len wurden die Zeit zur Beendigung der Teamaufgabe, die Anzahl Koordinationsfehler, die Anzahl Direktspiele in der Aufgabe sowie eine qualitative Einschätzung des Spiel-flusses erhoben. Ergebnisse Regressionsanalysen haben ergeben, dass die verbale Kommunikationshäufigkeit signi-fikant negativ mit der Leistungsvariable Zeit zusammenhängt (β = -0.31, p = 0.081). Zu-dem wurde der Spielfluss der Teams mit höherem Übereinstimmungsindex tendenziell flüssiger eingeschätzt (β = -0.22, p = 0.125). Ansonsten ergaben sich keinerlei bedeutsa-men Relationen. Diskussion Eine explizite Teamkoordination, respektive die verbale Kommunikation, scheint in der untersuchten Teamaufgabe im Gegensatz zur impliziten einen Einfluss auf objektive Leistungskriterien zu haben. Eine implizite Koordination dagegen schlägt sich in eher subjektiven Leistungskriterien nieder. Es bleibt offen, inwiefern beide Koordinationsme-chanismen in noch dynamischeren Spielsituationen die Teamleistung beeinflussen.

Item Type:

Conference or Workshop Item (Speech)

Division/Institute:

07 Faculty of Human Sciences > Institute of Sport Science (ISPW)
07 Faculty of Human Sciences > Institute of Sport Science (ISPW) > Sport Science II

UniBE Contributor:

Blaser, Marc Andreas

Subjects:

700 Arts > 790 Sports, games & entertainment
100 Philosophy > 150 Psychology

Language:

German

Submitter:

Marc Andreas Blaser

Date Deposited:

02 Oct 2018 10:09

Last Modified:

01 Nov 2019 07:14

Related URLs:

BORIS DOI:

10.7892/boris.120155

URI:

https://boris.unibe.ch/id/eprint/120155

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