Motorische Auffälligkeiten bei Schizophrenie: Effekte auf Kommunikation und mögliche Therapieoptionen

Walther, Sebastian (15 March 2018). Motorische Auffälligkeiten bei Schizophrenie: Effekte auf Kommunikation und mögliche Therapieoptionen (Unpublished). In: Jahreskongress Deutsche Gesellschaft für Biologische Psychiatrie. Heidelberg.

Official URL: http://www.dgbp2018.de/

Motorische Auffälligkeiten bei Schizophrenie: Effekte auf Kommunikation und mögliche Therapieoptionen. Motorische Phänomene treten häufig auf bei Erkrankungen des Schizophreniespektrums. Die Formen motorischer Auffälligkeiten variieren in Phänomenologie, Verlauf und Pathophysiologie, sodass man von mehreren zugrundeliegenden Mechanismen ausgehen muss. Einzelne Symptome haben in bestimmten Erkrankungsstadien prädiktiven Wert für den Verlauf. Motorische Auffälligkeiten wie Parkinsonismus oder neurologische Soft Signs sind beispielweise mit schlechterer Ausführung von Handgesten, aber auch mit schlechterer Wahrnehmung nonverbaler sozialer Stimuli assoziiert. Störungen der Handgestik als Einschränkungen in der nonverbalen Kommunikation sagen wiederum niedrigeres soziales Funktionsniveau und mehr Negativsymptomatik im Verlauf von 6 Monaten vorher. Einzelnen motorischen Phänomenen und auch der gestörten Gestenproduktion liegen Störungen in motorischen Hirnnetzwerken zugrunde. Relevant sind hier vor allem fronto-parietale Verbindungen sowie Verbindungen zwischen Thalamus und primär sowie sekundär motorischen Kortexarealen. Mittels nicht-invasiver Hirnstimulationsmethoden lassen sich diese motorische Netzwerke prinzipiell modulieren. Erste Ergebnisse einer rTMS Studie weisen darauf hin, dass insbesondere inhibitorische Stimulation des supplementär-motorischen Areals über 3 Wochen die psychmotorische Verlangsamung zu verbessern vermag. Solche Interventionsstudien sind ebenfalls denkbar zur Verbesserung der Gestenproduktion oder feinmotorischer/koordinativer Störungen bei Schizophrenie. Die motorische Dimension der Erkrankung ist objektiv gut erfassbar, relevant für die Klinik und potentiell veränderbar durch Hirnstimulationsmethoden.

Item Type:

Conference or Workshop Item (Speech)

Division/Institute:

04 Faculty of Medicine > University Psychiatric Services > University Hospital of Psychiatry and Psychotherapy > Translational Research Center

UniBE Contributor:

Walther, Sebastian

Subjects:

600 Technology > 610 Medicine & health

Language:

German

Submitter:

Sebastian Walther

Date Deposited:

24 Jan 2019 16:04

Last Modified:

24 Jan 2019 16:04

URI:

https://boris.unibe.ch/id/eprint/122719

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