Schizotypie und klinische Psychose-Risikokriterien: eine Kombination zweier Früherkennungsansätze in einem Modell

Flückiger, Rahel; Michel, Chantal; Ruhrmann, Stephan; Vogeley, Kai; Hubl, Daniela; Schimmelmann, Benno G.; Klosterkötter, Joachim; Schmidt, Stefanie J.; Schultze-Lutter, Frauke (13 April 2019). Schizotypie und klinische Psychose-Risikokriterien: eine Kombination zweier Früherkennungsansätze in einem Modell (Unpublished). In: XXXVI. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (DGKJP). Mannheim, Deutschland. 10.04.-13.04.2019.

Einleitung Vor dem Hintergrund, dass psychotische Erkrankungen zu gravierenden psychosozialen und wirtschaftlichen Folgen führen können, liegt das Ziel der Psychose-Forschung darin, eine Erstmanifestation der Erkrankung möglichst zu verhindern. Sowohl das Schizotypie-Konzept als auch die klinischen Psychose-Risikokriterien (engl. Clinical High Risk-Criteria, CHR) stellen hierbei zwei hilfreiche Früherkennungsansätze dar, Personen mit einem erhöhten Psychose-Risiko aus der Allgemeinpopulation bzw. bei Hilfesuchenden zu identifizieren. Die beiden sich weitgehend unabhängig voneinander entwickelten Ansätze, wurden bis heute jedoch noch kaum kombiniert. Im Sinne des vorherrschenden indizierten Präventionskonzeptes, war das Ziel der vorliegenden Untersuchung, die beiden Ansätze mit ihren Kriterien auf ihre strukturelle und interaktionelle Beziehung hin empirisch zu überprüfen. Methode Basierend auf einem hypothetischen Modell zu deren Wechselwirkung wurden anhand von Querschnittsdaten einer grösseren hilfesuchenden Patientenstichprobe zweier Früherkennungszentren (N=277; Alter 8-40, 22±6 Jahre; 28% Minderjährige; 60% männlich) die 4 Wisconsin Schizotypy Scales, die Basissymptome (BS) erhoben mit dem Schizophrenia Proneness Instrument Adult bzw. Child and Youth version sowie positive, negative und Desorganisationssymptome erfasst mit dem Structured Interview for Psychosis-Risk Syndromes einer Strukturgleichungsanalyse inkl. konfirmatorische Faktorenanalyse unterzogen. Ergebnisse / Schlussfolgerung In den Analysen bestätigte sich die angenommene 6-faktorielle Struktur: negative Schizotypie-Dimension, positive Schizotypie-Dimension einschliesslich perzeptive BS, negative bzw. positive Symptom-Dimension, Desorganisationsdimension und kognitiven Störungen (bestehend aus kognitiven Basissymptomen). Wie postuliert, zeigte sich ein signifikanter indirekter Effekt zwischen den beiden Schizotypie-Dimensionen und der negativen, positiven und der Desorganisationssymptomdimension, der durch die Dimension «kognitive Störungen» mediiert wurde. Zusätzlich zeigte sich eine direkte Beziehung zwischen der positiven und negativen Schizotypie-Dimension mit der entsprechenden Symptomdimension.

Item Type:

Conference or Workshop Item (Speech)

Division/Institute:

04 Faculty of Medicine > University Psychiatric Services > University Hospital of Psychiatry and Psychotherapy > Translational Research Center
04 Faculty of Medicine > University Psychiatric Services > University Hospital of Child and Adolescent Psychiatry and Psychotherapy
07 Faculty of Human Sciences > Institute of Psychology > Clinical Psychology and Psychotherapy
04 Faculty of Medicine > University Psychiatric Services > University Hospital of Child and Adolescent Psychiatry and Psychotherapy > Research Division

UniBE Contributor:

Flückiger, Rahel; Michel, Chantal; Hubl, Daniela; Schimmelmann, Benno Karl Edgar and Schmidt, Stefanie Julia

Subjects:

600 Technology > 610 Medicine & health

Language:

German

Submitter:

Chantal Michel

Date Deposited:

25 Jun 2019 14:51

Last Modified:

25 Jun 2019 14:51

URI:

https://boris.unibe.ch/id/eprint/130247

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