Wer hat, dem wird gegeben: Bildungsungleichheit in der Schweiz

Meyer, Thomas (2009). Wer hat, dem wird gegeben: Bildungsungleichheit in der Schweiz. In: Suter, Christian; Perrenoud, Silvia; Levy, René; Kuhn, Ursina; Joye, Dominique; Gazareth, Pascale (eds.) Sozialbericht 2008. Die Schweiz vermessen und verglichen (pp. 60-81). Zürich: Seismo

[img] Text
Meyer_2009_Werhatdemwirdgegeben_ger.pdf - Published Version
Restricted to registered users only
Available under License Publisher holds Copyright.

Download (1MB) | Request a copy

Ein Bildungsabschluss der Sekundarstufe II (in der Schweiz: Lehrabschluss, Maturitätszeugnis o.ä.) gilt heute als Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche, selbstständige Teilhabe am Erwachsenen- und Erwerbsleben. Wer über keinen solchen Abschluss verfügt, ist nicht nur auf dem Arbeitsmarkt einem hohen Risiko ausgesetzt. In einer Zeit beschleunigten gesellschaftlichen und technischen Wandels, in der Wissen und Fertigkeiten rasch veralten, ist lebenslanges Lernen zur Notwendigkeit geworden. Fundament und zwingende Voraussetzung für lifelong learning ist und bleibt eine solide Grundbildung. Ohne diese ist nicht nur die Weiterbildungs- und Arbeitsmarktfähigkeit in Frage gestellt, sondern gesellschaftliche Teilhabe schlechthin. Der Beitrag analysiert, auf welchem Wege und mit welchen Schwierigkeiten und Hürden Kinder und Jugendliche den „Bildungsstandard“ eines Sek II-Abschlusses erreichen – oder verfehlen. Die im Beitrag referierten Forschungsergebnisse zeigen dabei, dass das hiesige Bildungssystem - durch ein hohes Mass an Ungleichheit geprägt ist; - systematisch das Leistungsprinzip verletzt; - die Bedeutung der sozialen Herkunft für den Bildungserfolg verstärkt. Verschärft werden diese Ungleichheiten noch durch den Umstand, dass das Bildungsangebot in der Schweiz ab der Sekundarstufe I faktisch rationiert ist, was bei den schwächeren Nachfragerinnen und Nachfragern zu einem unerbittlichen Konkurrenz- und Verdrängungskampf um Ausbildungsplätze führt. Ein Ausbau und eine gerechtere Verteilung des Angebots sowie ein Abbau von Selektionshürden in der Volksschule, so die Bilanz, könnten die Chancengerechtigkeit im schweizerischen Bildungswesen erhöhen.

Item Type:

Book Section (Book Chapter)

Division/Institute:

03 Faculty of Business, Economics and Social Sciences > Social Sciences > Institute of Sociology

UniBE Contributor:

Meyer, Thomas; Suter, Christian; Perrenoud, Silvia; Levy, René; Kuhn, Ursina; Joye, Dominique and Gazareth, Pascale

Subjects:

300 Social sciences, sociology & anthropology

ISBN:

978-3-03777-064-1

Publisher:

Seismo

Projects:

[1036] Transitions from Education to Employment (TREE) Official URL

Language:

German

Submitter:

David Leander Baumann

Date Deposited:

17 Oct 2019 15:41

Last Modified:

01 Nov 2019 02:49

Related URLs:

Additional Information:

Notes: treeanalysis analysis_self; Date: 2009

BORIS DOI:

10.7892/boris.130982

URI:

https://boris.unibe.ch/id/eprint/130982

Actions (login required)

Edit item Edit item
Provide Feedback