Prozessbasierte Abschätzung von Hochwassern im Einzugsgebiet der Sihl: Schlussbericht zur Studie im Auftrag des Amtes für Abfall, Wasser, Energie, Luft des Kantons Zürich

Schwanbeck, Jan; Viviroli, Daniel; Röser, Ines; Trösch, Jürg; Weingartner, Rolf (2007). Prozessbasierte Abschätzung von Hochwassern im Einzugsgebiet der Sihl: Schlussbericht zur Studie im Auftrag des Amtes für Abfall, Wasser, Energie, Luft des Kantons Zürich Zürich: Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich

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Im August 2005 führten sehr intensive, selten auftretende Dauerregen vielerorts entlang des schweizerischen Alpennordhanges zu schweren Hochwasserschäden. Obschon das Einzugsgebiet der Sihl nur marginal von den Starkniederschlägen betroffen war, trat am 22. August 2005 an der Sihl in Zürich ein Spitzenabfluss von 280 m3/s auf, der höchste Spitzenabfluss seit Inbetriebnahme des Sihlstausees im Jahr 1937. Da die Sihl durch die Zürcher Innenstadt fliesst und zudem den Hauptbahnhof unterquert, besteht im Fall einer Überschwemmung ein enormes Schadenspotential. Diese Studie untersucht, welche Grössenordnung Hochwasser in Zürich erreicht hätten, wenn das Zentrum des Unwetters vom August 2005 nicht über dem Raum Meiringen-Engelberg bzw. dem Entlebuch, sondern über dem Einzugsgebiet der Sihl aufgetreten wäre. Dazu werden die entsprechenden Niederschlagsfelder über das Untersuchungsgebiet verschoben. Diese und weitere, mit anderen Methoden erstellte Starkniederschlagsszenarien werden mit einem kombinierten hydrologisch-hydraulischen Prozessmodell (PREVAH-FLORIS) zu Abflussszenarien umgesetzt. Die Studie belegt, dass bei einem ungünstigeren Verlauf der Starkniederschläge im August 2005 in Zürich sehr viel höhere Spitzenabflüsse von 360 bis 480 m3/s hätten auftreten können. An der Sihl in Zürich muss also mit Hochwassern dieser Grössenordnung gerechnet werden. Aussagen zur Auftretenshäufigkeit der modellierten und beobachteten Sihl-Hochwasser sind kaum möglich, da die Spitzenabflüsse der Sihl in Zürich sehr stark vom Betrieb des Sihlsees abhängen. Historische Quellen weisen darauf hin, dass sehr grosse Hochwasser bereits 1846, 1874 und 1910 in Zürich zu beträchtlichen Schäden führten. Die zusätzliche Modellierung des historischen Starkregens von 1910 in Kombination mit der hohen Vorfeuchte während des August-Hochwassers 2005 ergab für die Sihl in Zürich sogar noch höhere Spitzenabflüsse von über 550 m3/s.

Item Type:

Report (Report)

Division/Institute:

08 Faculty of Science > Institute of Geography > Physical Geography > Unit Hydrology
08 Faculty of Science > Institute of Geography
08 Faculty of Science > Institute of Geography > Physical Geography

UniBE Contributor:

Schwanbeck, Jan; Viviroli, Daniel and Weingartner, Rolf

Subjects:

900 History > 910 Geography & travel

Publisher:

Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich

Language:

German

Submitter:

Deborah Nathalie Jutzi

Date Deposited:

24 Oct 2019 10:53

Last Modified:

24 Oct 2019 10:53

BORIS DOI:

10.7892/boris.133977

URI:

https://boris.unibe.ch/id/eprint/133977

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