Neurophysiologie von impliziten Alkoholassoziationen bei Personen mit Alkoholkonsumstörungen

Tschümperlin, Raphaela M.; Batschelet, Hallie M.; Moggi, Franz; Rösner, Susanne; Keller, Anne; König, Thomas; Soravia, Leila M.; Stein, Maria (29 December 2019). Neurophysiologie von impliziten Alkoholassoziationen bei Personen mit Alkoholkonsumstörungen (Unpublished). In: DGPPN.

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Hintergrund Die erhöhte automatische Anreizwirkung auf Alkoholreize ist bedeutend für die Entstehung und Aufrechterhaltung von Alkoholkonsumstörungen (AUD). Implizite Alkoholassoziationen sind ein Indikator dieser Anreizwirkung. Laut behavioralen Studien weisen sowohl Gesunde als auch Patient_innen mit AUD negative implizite Alkoholassoziationen auf, Patient_innen haben aber einen schwächeren negativen Bias. Studien zur Neurophysiologie bei Patient_innen mit einer AUD im Vergleich zu Gesunden ergänzen und erweitern bisherige Reaktionszeitanalysen. Methoden Die Hirnströme von 63 Patient_innen mit AUD und 21 Gesunden werden während der Durchführung eines Impliziten Assoziationstests (IAT) mit einem 64-Kanal-EEG abgeleitet. Darauf werden ereignisbezogene Potentiale (Alkohol-positiv und Alkohol-negativ) berechnet. Mittels Microstates werden quasi-stabile topografische Zustände von 0-1000ms nach Stimulus identifiziert. Innerhalb dieser wird analysiert, ob sich Patient_innen und Gesunde in der Verarbeitung positiver und negativer Alkoholzuordnungen unterscheiden. Ergebnisse/Diskussion Laut ersten Analysen weisen Patient_innen und Gesunde um 400ms nach Stimulus unterschiedliche Microstates mit divergenten zugrundeliegenden Netzwerken auf. Bei Patient_innen zeigen sich beim Vergleich der Alkohol-positiven mit den Alkohol-negativen ERPs eine signifikante Differenz in der Amplitude (meanGFP, p=0.002) sowie Trends in Dauer und Schwerpunkt. Gesunde unterscheiden sich nicht signifikant hinsichtlich der Alkohol-Valenz-Bedingung. Schlussfolgerung Anders als bei Gesunden wird bei Patient_innen in der Verarbeitung positiver Alkoholassoziationen rund 400ms nach Stimulus mehr Gehirnaktivität benötigt als bei negativen Zuordnungen. Bisherige Forschung verband höhere Amplituden in diesem Zeitfenster (N400) mit Mehraufwand in der semantischen Verarbeitung. So könnte bei Patient_innen während der Verarbeitung positiver Alkoholassoziationen höhere semantische Inkongruenz vorliegen.

Item Type:

Conference or Workshop Item (Poster)

Division/Institute:

04 Faculty of Medicine > University Psychiatric Services > University Hospital of Psychiatry and Psychotherapy > Translational Research Center

Graduate School:

Graduate School for Health Sciences (GHS)

UniBE Contributor:

Tschümperlin, Raphaela Martina; Batschelet, Hallie Margareta; Moggi, Franz; König, Thomas; Soravia, Leila and Stein, Maria

Subjects:

100 Philosophy > 150 Psychology
600 Technology > 610 Medicine & health

Language:

German

Submitter:

Raphaela Martina Tschümperlin

Date Deposited:

15 Jan 2020 10:50

Last Modified:

15 Jan 2020 10:50

BORIS DOI:

10.7892/boris.137189

URI:

https://boris.unibe.ch/id/eprint/137189

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