Riesenzellgranulome im Kieferknochen und im parodontalen Gewebe. Teil 2: Das periphere Riesenzellgranulom

Gfeller, David; Schriber, Martina; Suter, Valérie G. A.; Altermatt, Hans Jörg; Bornstein, Michael M. (2016). Riesenzellgranulome im Kieferknochen und im parodontalen Gewebe. Teil 2: Das periphere Riesenzellgranulom. Quintessenz Zahnmedizin, 67(7), pp. 857-867. Quintessenz Verlag

[img] Text
Quintessenz_2016.pdf - Published Version
Restricted to registered users only
Available under License Publisher holds Copyright.

Download (2MB) | Request a copy

Das periphere Riesenzellgranulom (PRZG) ist eine häufig vorkommende, lokal reaktive, nicht neoplastische intraorale Gewebsvermehrung. Histopathologisch lässt sich die peri phere Form nicht von der selteneren zentralen (intraossären) Form des Riesenzellgranuloms unterscheiden. Die namensgebenden Riesenzellen können bis zu 20 Zellkerne pro Schnittebene aufweisen und kommen oft in kleinen Gruppen vor. Das PRZG tritt sowohl im Ober­ als auch im Unterkiefer auf. Meist ist die Gingiva betroffen, es finden sich aber auch Läsionen am Palatum, am zahnlosen Kiefer und in der periimplantären Mukosa. Das PRZG zeigt einen Altersgipfel in der vierten bis sechsten Lebensdekade und eine leichte Prädominanz beim weiblichen Geschlecht. Bis auf etwaige lokale Arrosionen des kortikalen Alveolarfortsatzes und Zahnverschiebungen ist das radiologische Erscheinungsbild in der Regel unauffällig. Eine zusätzliche radiologische Abklärung dient insbesondere zur differenzialdiagnostischen Abgrenzung eines zentralen Riesenzellgranuloms, das sich von intraossär in die orale Mukosa ausbreiten kann. Die Ätiologie und die Pathogenese des PRZG sind bis heute nicht geklärt. Als mögliche Ursache wird u. a. ein lokales Trauma diskutiert. Die Therapie besteht in der vollständigen Exzision der Läsion mit sorgfältiger Kürettage des beteiligten Periostes. Anschließend sollten regelmäßige klinische Kontrollen angestrebt werden, um mögliche Rezidive frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Vor allem um Schraubenimplantate neigen PRZG zu Rezidiven. Deshalb ist eine Früherkennung (auch eines Rezidivs) bei Implantatpatienten wichtig, denn dadurch lassen sich ein fortschreitender Knochenabbau und ein hieraus unter Umständen resultierender Implantatverlust verhindern.

Item Type:

Journal Article (Original Article)

Division/Institute:

04 Faculty of Medicine > School of Dental Medicine > Department of Oral Surgery and Stomatology

UniBE Contributor:

Gfeller, David; Schriber, Martina; Suter, Valérie and Bornstein, Michael

Subjects:

600 Technology > 610 Medicine & health

ISSN:

0033-6580

Publisher:

Quintessenz Verlag

Language:

German

Submitter:

Caroline Balz

Date Deposited:

21 Jan 2020 11:03

Last Modified:

21 Jan 2020 11:03

BORIS DOI:

10.7892/boris.137679

URI:

https://boris.unibe.ch/id/eprint/137679

Actions (login required)

Edit item Edit item
Provide Feedback