Die Vegetations-Sukzession auf den Aareinseln

Hegg, Otto (1971). Die Vegetations-Sukzession auf den Aareinseln. Jahrbuch des Oberaargaus, 14, pp. 79-86. Jahrbuch-Vereinigung Oberaargau

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1. Die Kiesbank In unseren schweizerischen Flüssen wären ohne menschlichen Einfluss viele Kiesbänke vorhanden, die jedes Jahr an neue Stellen umgelagert würden und die jedes Jahr neue Anfangsstadien für die Besiedlung durch Pflanzen darbieten würden. Auch im durch den Menschen geprägten Mittelland sind die Kiesbänke nicht selten; sie fanden sich auf den drei Inseln an den oberen Enden, immer mit der typischen «Unkrautvegetation». Die meisten Pflanzen, die hier gut gedeihen, kennen wir besser als Unkräuter auf Aeckern und an Ruderalstellen. Auf Kiesbänken in Flüssen dürften mehrere davon ihren ursprünglichen Standort haben.
2. Das Weidengebüsch Besonders auf der Vogelraupfi war die nächste Entwicklungsstufe gut ausgebildet: die erste dauernde Besiedlung mit Weidengebüsch. Es ist ein dichtes Gestrüpp von Weidenbüschen (vor allem Silberweide), unter dem viele verschiedene, mehr oder weniger zufällig gekeimte Kräuter den Boden nur ganz locker decken. Die Bodendeckung genügt aber bereits, um die Erosion zu hemmen.
3. Die tiefe Weidenau (Salicetum albae, subass. von Phalaris arundinacea) Dieses Stadium war auf der kleinen Insel bei der Berkenbrücke in der oberen Hälfte sehr gut ausgebildet. Die Baumschicht bildeten gleichaltrige, dicht stehende Silberweiden mit weniger als 10 cm Stammdurchmesser und ca. 10 m Höhe. Den Unterwuchs dieser wahrscheinlich noch jedes Jahr knapp überschwemmten Vegetation bildete ein dichter Rasen von Rohrglanzgras und Fioringras, wie es für das Stadium charakteristisch ist.
4. Die hohe Weidenau (Salicetum albae, subass. von Cornus sanguinea) Sie war bereits im unteren Teil der Berkener Insel gut entwickelt, mit noch lockerem Strauchwuchs. Vor allem im oberen Drittel der Breiti war sie aber sehr schön, mit dichtem Strauchunterwuchs aus Hartriegel, Traubenkirsche und einzelnen weiteren Arten. Die Baumschicht war auch hier noch fast ausschliesslich, aber von grösseren und älteren Silberweiden aufgebaut.
5. Die Erlenau (Equiseto-Alnetum) Am unteren Ende aller drei Inseln war sie fragmentarisch vorhanden, charakteristisch, mit viel Winterschachtelhalm. Es dürfte sich hier um die ältesten Partien der Inseln handeln, an die nach oben immer mehr Kiesmaterial angelagert wurde.
6. Die harte Au (Pruno-Fraxinetum) Die Traubenkirschen-Eschen-Au war besonders auf der Breiti im unteren Drittel gut ausgebildet. Ein urwaldartiger Bestand mit vielen umgestürzten Bäumen früherer Sukzessionsglieder und einem fast undurchdringlichen Unterwuchs aus Traubenkirsche, Schneeball, Heckenkirsche, Hasel, Weissdorn, Schwarzdorn, Pfaffenhütchen, Liguster wies auch die wertvollsten Baumarten der Auenwälder auf: Esche, Ulme, Eiche, Erle, Linde, Hagebuche, Buche und Silberpappel. Die Silberweiden hingegen konnten hier der Konkurrenz der übrigen Bäume nicht mehr standhalten.
7. Ufergesellschaften (Salicetum triandro-viminalis) Auch die Saumgesellschaften der Auenwälder waren gut entwickelt, vor allem an den Uferböschungen der Purpurweidenbusch mit seinen typischen Kletterpflanzen, Bittersüss und Zaunwicke.

Item Type:

Journal Article (Original Article)

Division/Institute:

08 Faculty of Science > Department of Biology > Institute of Plant Sciences (IPS)
08 Faculty of Science > Department of Biology > Institute of Plant Sciences (IPS) > Vegetation Science [discontinued]

UniBE Contributor:

Hegg, Otto

Subjects:

500 Science > 580 Plants (Botany)

Publisher:

Jahrbuch-Vereinigung Oberaargau

Language:

German

Submitter:

Peter Alfred von Ballmoos-Haas

Date Deposited:

04 Jun 2020 11:30

Last Modified:

04 Jun 2020 11:30

BORIS DOI:

10.7892/boris.144097

URI:

https://boris.unibe.ch/id/eprint/144097

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