Was im Herzen brennt, man im Gesicht erkennt: Personalisierte High-Fidelity Manikins in Pflege-Simulationen

Schlegel, Claudia; Germano, Miria; Droz, Monika; Schär, Urs-Beat; Schnabel, Kai; Bauer, Daniel (16 September 2021). Was im Herzen brennt, man im Gesicht erkennt: Personalisierte High-Fidelity Manikins in Pflege-Simulationen. In: Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House 10.3205/21gma317

Fragestellung/Zielsetzung Die Verwendung von High-Fidelity Manikins in Simulationen bietet ein hohes Mass an Realismus und ermöglicht das Üben komplexer medizinischer Szenarien in einer sicheren und regulierbaren Umgebung. Dies geschieht ohne Risiken für Realpatient*innen und unterstützt den Lernprozess. Obwohl solche Manikins teilweise komplexe physiologische und pathophysiologische Prozesse abbilden können, wirken ihre Gesichter in der Regel generisch und unpersönlich.

Am Berner Bildungszentrum Pflege (BZ Pflege) wurde die Idee des Präsidenten der Association of Standardized Patient Educators, Robert MacAulay, aufgegriffen, ein Gesicht eines Manikins zu personalisieren: Die Maskenbildnerin am Institut für Medizinische Ausbildung der Universität Bern fertigte ein Lifecast-Gesicht eines Simulationspatienten (SP) an, das passgenau auf das Pflegemanikin „Nursing Anne“ (Laerdal, Stavanger, NO) gesetzt werden kann und in einem Übungsszenario im Simulationsunterricht in der Pflegeausbildung am BZ Pflege eingesetzt wird. Unsere Begleitevaluation untersucht, wie sich das personalisierte Gesicht auf dem Manikin auf das Verhalten der Pflegestudent:innen während der Simulation auswirkt.

Methoden: Für den Simulationsunterricht wurde der didaktische Ansatz einer sequentiellen Simulation gewählt: In einer ersten Sequenz sahen sich die Pflegestudent:innen eine Videosequenz an, in dem derselbe SP, dessen Gesicht repliziert wurde, über seine initialen Symptome berichtet und dass er für weitere Abklärungen ins Spital eingeliefert werden würde. In der folgenden Simulationssequenz erleidet der hospitalisierte Patient eine kardiopulmonale Dekompensation. In dieser Notfallsituation begegnen die Pflegestudent*innen dem personalisierten Manikin und müssen das Simulationsszenario bewältigen. Im Debriefing sehen sie u.a. eine zweite Videosequenz, in dem der Patient aus seiner Sicht die Geschehnisse während und nach dem Spitalaufenthalt reflektiert.

Gruppeninterviews mit den Pflegestudent*innen wurden direkt nach der Simulation mit dem personalisierten Manikin durchgeführt, und beleuchteten, wie sie das Szenario erlebt und welche Eindrücke sie von der didaktischen Variation mit dem personalisierten Manikins gewonnen hatten.

Ergebnisse: Erste Ergebnisse legen nahe, dass das Gesicht den Pflegestudent*innen half, das Manikin als Person wahrzunehmen und ihnen damit die Immersion in die Simulation erleichtert wurde. Die aufgezeichnete Videobotschaft des SP vor dem Notfallszenario wurde als hilfreich für die Re-Identifizierung des SP während der Begegnung angesehen und trug dazu bei, das Kontextwissen der Pflegestudent*innen zu übertragen.

Diskussion: Es muss reflektiert werden, über welche Wirkmechanismen personalisierte Manikins das Erleben in und ggf. das Lernen aus der Simulation beeinflussen. Weitere Untersuchungen sind geplant.

Take Home Message: Die Personalisierung von Manikins hat Potential, das Lernen in und mit Simulationen zu unterstützen.

Item Type:

Conference or Workshop Item (Abstract)

Division/Institute:

04 Faculty of Medicine > Medical Education > Institute for Medical Education > Education and Media Unit (AUM)

UniBE Contributor:

Germano, Miria; Schnabel, Kai and Bauer, Daniel

Subjects:

600 Technology > 610 Medicine & health

Publisher:

German Medical Science GMS Publishing House

Language:

German

Submitter:

Daniel Bauer

Date Deposited:

06 Oct 2021 10:15

Last Modified:

06 Oct 2021 10:15

Publisher DOI:

10.3205/21gma317

URI:

https://boris.unibe.ch/id/eprint/159414

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