Verhalten der Gewichtsdifferenz von selektiv wachstumsretardierten, monochorialen Zwillingen

Scheibner, Katrin; Raio, Luigi; Kuhn, Annette; Baumann, Marc; Surbek, Daniel (2009). Verhalten der Gewichtsdifferenz von selektiv wachstumsretardierten, monochorialen Zwillingen. Ultraschall in der Medizin, 30(S01), V9_02. Thieme 10.1055/s-0029-1239704

Problemstellung: Monochoriale Zwillinge (MZ) machen nur ca. 1/3 aller Mehrlinge aus. Im Vergleich zu dichorialen weisen sie jedoch eine höhere Morbidität und Mortalität auf bedingt durch das Transfusionssyndrom, mehr Fehlbildungen und Frühgeburten. In letzter Zeit kristallisiert sich eine weitere Entität heraus, die selektive intrauterine Wachstumsretardierung (sIUWR). Ziel der Studie war es, das Verhalten dieses diskordanten Wachstums im Verlaufe der Schwangerschaft zu untersuchen. Patienten und Methode: Die Diagnose einer monochorialen Situation basiert auf der Darstellung nur einer Plazenta, dem T-Sign sowie gleichgeschlechtiger Feten. Es wurden nur biamniote MZ eingeschlossen. Von einer sIUWR spricht man, wenn folgende Kriterien erfüllt sind: 1) ein Fetus wachstumsretardiert (Abdomenumfang <5. Perzentile) und 2) Gewichtsdifferenz beider Feten >20%. Letztere berechnet sich aus der Differenz der geschätzten fetalen Gewichte dividiert durch das Gewicht des Größeren in% (Delta%). Es wurden die Delta%-Werte bei Diagnosestellung und die letzten Werte vor Geburt verglichen. Ergebnisse: Retrospektiv wurden 23 Fälle mit sIUWR eingeschlossen, davon wurden 13 Fälle longitudinal beurteilt. Das mediane Gestationsalter bei Geburt lag bei 31,4 (16,7–38,6) Wochen. Die Frühgeburtsrate betrug 85,7%, die perinatale Mortalität 11,9%. Der initiale Delta%-Wert lag bei 28±10% und stieg signifikant auf 36,4±9,9%. In allen Fällen nahm der Delta%-Wert zu. Von den Co-Zwillingen waren postnatal 20% auch small for gestational age. Schlussfolgerungen: Bei MZ mit sIUWR ist nach unseren Erfahrungen damit zu rechnen, dass die Gewichtsdifferenz mit zunehmendem Gestationsalter steigt. Diese Zunahme erklärt sich durch eine progressive Verlangsamung der Wachstumsgeschwindigkeit des kleineren Feten. Leider lässt sich anhand der kleinen Fallzahl nicht eruieren, ob dieser D%-Wert und der Grad des Anstieges eine prognostische Bedeutung aufweist.

Item Type:

Conference or Workshop Item (Abstract)

Division/Institute:

04 Faculty of Medicine > Department of Gynaecology, Paediatrics and Endocrinology (DFKE) > Clinic of Gynaecology

UniBE Contributor:

Scheibner, Katrin; Raio, Luigi; Kuhn, Annette; Baumann, Marc and Surbek, Daniel

Subjects:

600 Technology > 610 Medicine & health

ISSN:

0172-4614

Publisher:

Thieme

Language:

German

Submitter:

Factscience Import

Date Deposited:

04 Oct 2013 15:13

Last Modified:

06 May 2014 01:07

Publisher DOI:

10.1055/s-0029-1239704

URI:

https://boris.unibe.ch/id/eprint/32097 (FactScience: 196993)

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