Emotionsfokussierte Auseinandersetzung mit unangenehmen Gefühlen: Lässt sich eine hilfreiche emotionale Verarbeitung experimentell hervorrufen?

Rohde, Kristina Barbara; Stein, Maria; Pascual-Leone, Antonio; Caspar, Franz (11 May 2013). Emotionsfokussierte Auseinandersetzung mit unangenehmen Gefühlen: Lässt sich eine hilfreiche emotionale Verarbeitung experimentell hervorrufen? (Unpublished). In: 8. Workshopkongress für Klinische Psychologie und Psychotherapie und 31. Symposium der Fachgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs). Trier, Deutschland. 09.-11.05.2013.

Hintergrund: Die Veränderung emotionaler Prozesse steht im Fokus fast jeder Psychotherapie. Während oft korrelative Zusammenhänge zwischen emotionalen Prozessen und Therapieergebnis untersucht werden, gibt es nur wenige Studien, die solche Veränderungsprozesse experimentell manipulieren. In der vorliegenden Studie sollten daher therapeutisch relevante emotionale Verarbeitungszustände unter kontrollierten Bedingungen hervorgerufen und deren Effekte auf die Verarbeitung unangenehmer Emotionen und Emotionsregulation untersucht werden. Hintergrund ist ein Modell emotionaler Verarbeitung aus dem Bereich der emotionsfokussierten Therapie, das therapeutisch hilfreiche und weniger hilfreiche Verarbeitungszustände spezifiziert. Methode: Personen, die von anhaltenden negativen Gefühlen gegenüber einer nahestehenden Person („unfinished business“) berichteten, wurden zufällig zwei Bedingungen zugeteilt und bearbeiteten jeweils eine Satzvervollständigungsaufgabe, die therapeutisch hilfreiche oder weniger hilfreiche emotionale Verarbeitungszustände primen sollte. Die Satzvervollständigungsaufgabe umfasste jeweils max. 22 Satzanfänge, welche aus Gefühlsäußerungen von Psychotherapiepatienten extrahiert worden waren und als typisch für entweder produktives oder unproduktives Stundenoutcome galten. Die Teilnehmenden vervollständigten diese Satzanfänge hinsichtlich ihrer eigenen Gefühle gegenüber der nahestehenden Person. Danach folgten eine expressive Schreibaufgabe und Fragebögen u.a. zur Verarbeitung des „unfinished business“ und kognitiven Emotionsregulationsstrategien. Ergebnisse: In einer ersten online erhobenen Studie (N=50) zeigten sich eine erhebliche interindividuelle Variablität hinsichtlich der Anzahl ausgefüllter Sätze und signifikante Korrelationen zwischen der Anzahl vervollständigter Sätze und emotionaler Beteiligung. Analysen mit den Teilnehmenden, die mehr als die Hälfte der Satzanfänge vervollständigten (N=29), zeigten deskriptiv Gruppenunterschiede in einigen Emotionsregulationsstrategien. Außerdem fand eine stärkere Reduktion des „unfinished business“ in der „hilfreichen“ Bedingung (Mdn=41.0) im Vergleich zur „nicht hilfreichen“ Bedingung (Mdn=46.5) statt (U=51.0; p=0.02). Diskussion: Die Ergebnisse der online-Studie weisen in die erwartete Richtung, sind jedoch angesichts der kleinen Stichprobengröße unter Vorbehalt zu interpretieren. Es werden daher zusätzlich die Ergebnisse einer gegenwärtig laufenden Replikationsstudie präsentiert und diskutiert.

Item Type:

Conference or Workshop Item (Speech)

Division/Institute:

07 Faculty of Human Sciences > Institute of Psychology > Clinical Psychology and Psychotherapy

UniBE Contributor:

Rohde, Kristina Barbara; Stein, Maria and Caspar, Franz

Subjects:

600 Technology > 610 Medicine & health

Language:

German

Submitter:

Adriana Biaggi

Date Deposited:

03 Jul 2014 13:58

Last Modified:

26 Feb 2015 11:00

URI:

https://boris.unibe.ch/id/eprint/50673

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