Umwelt und Nutzungsgeschichte im Spiegel der Paläoökologie

Gobet, Erika; Tinner, Willy (2014). Umwelt und Nutzungsgeschichte im Spiegel der Paläoökologie. In: Niffeler, Urs (ed.) SPM VII: Archäologie der Zeit von 800 bis 1350. Die Schweiz vom Paläolithikum bis zum Mittelalter: Vol. 7 (pp. 57-62). Basel: Archäologie der Schweiz

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Seit Jahrtausenden veränderten Menschen ihre Umwelt, direkt, etwa durch landwirtschaftliche Tätigkeiten, oder indirekt, durch Veränderungen der atmosphärischen Zusammensetzung und der biogeochemischen Zyklen. Der andauernde menschliche Einfluss führte in vielen Landökosystemen zur Entwicklung komplexer Verbindungen zwischen Mensch und Natur. Um die Rolle des Menschen und des Klimas auf Landökosysteme zu verstehen und zu entwirren, sind paläoökologische Untersuchungen an Seesedimenten und Mooren eine vielversprechende Methode. Sie setzen aber zeitlich und taxonomisch hochaufgelöste Multiproxy-Studien (z.B. Pollen-, Sporen-, Kieselalgen-, Zuckmücken- und Holzkohleanalysen) an geschichteten Sedimenten voraus. Die Zeit von der Spätantike bis ins Mittelalter ist besonders geeignet, um die Wechselwirkungen Mensch-Klima-Umwelt zu untersuchen. Einerseits wurde die Umwelt bereits zuvor durch viele tausend Jahre menschliche Landnutzung verändert, andererseits zeichnen sich lokal bis regional deutliche Landschaftsveränderungen ab: Nach einem starken Einbruch der landwirtschaftlichen Tätigkeit in den Wirren der Völkerwanderungszeit, in der die damaligen politischen und wirtschaftlichen Systeme in West-, Mittel- und Südeuropa kollabierten, erholte sich die Landnutzung im aufblühenden Frankenreich der Merowinger und noch deutlicher der Karolinger. Im 12./13. Jh. kam es zu einer Phase intensiver Städtegründungen (Kap. 4.2). Für diese Zeit stehen auch dendroklimatische Rekonstruktionen zur Verfügung, welche Niederschlag und Temperatur entkoppeln können (Büntgen et al. 2011). Am Beispiel von paläoökologischen Resultaten (Pollen, Sporen, Holzkohle) aus dem Lauerzersee diskutieren wir die Umweltveränderungen vom 5. bis ins 14. Jh. exemplarisch. Es ist zurzeit die beste vorhandene Sequenz aus dem Schweizer Mittelland und für diese Region repräsentativ.

Item Type:

Book Section (Book Chapter)

Division/Institute:

10 Strategic Research Centers > Oeschger Centre for Climate Change Research (OCCR)
08 Faculty of Science > Department of Biology > Institute of Plant Sciences (IPS) > Palaeoecology
08 Faculty of Science > Department of Biology > Institute of Plant Sciences (IPS)

UniBE Contributor:

Gobet, Erika and Tinner, Willy

Subjects:

500 Science > 580 Plants (Botany)

ISBN:

978-3-908006-58-9

Series:

Die Schweiz vom Paläolithikum bis zum Mittelalter

Publisher:

Archäologie der Schweiz

Language:

German

Submitter:

Peter Alfred von Ballmoos-Haas

Date Deposited:

05 May 2015 13:20

Last Modified:

01 Apr 2017 02:30

BORIS DOI:

10.7892/boris.68005

URI:

https://boris.unibe.ch/id/eprint/68005

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