Interpersonale Effekte von Körpersprache im Mannschaftssport - eine explorative Feldstudie

Seiler, Kirstin; Schweizer, Geoffrey; Seiler, Roland (7 May 2016). Interpersonale Effekte von Körpersprache im Mannschaftssport - eine explorative Feldstudie (Unpublished). In: 48. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie in der Bundesrepublik Deutschland (asp). Münster. 05.-07.05.2016.

[img]
Preview
Slideshow
asp_Münster_final.pdf - Presentation
Available under License BORIS Standard License.

Download (624kB) | Preview

Einleitung: Befunde aus Laborexperimenten zeigen, dass der eigene soziale Status (Dominanz und Unterwürfigkeit) sehr gut nonverbal kommuniziert und der anderer sehr gut interpretiert werden kann (z.B. Furley & Schweizer, 2014b). Gleichzeitig zeigt die experimentelle Forschung, dass nonverbales Verhalten (NVV) das Selbstvertrauen von Beobachtenden beeinflusst (Furley & Schweizer, 2014a). Bislang ungeklärt ist jedoch die Relevanz von NVV für Athletinnen und Athleten während Wettkämpfen. Ziel der explorativen, hypothesengenerierenden Studie war es zu prüfen, inwieweit Teamsportlerinnen und -sportler NVV während eines Wettkampfs wahrnehmen und sich davon hinsichtlich ihrer Teamerfolgserwartung beeinflussen lassen. Methode: Die Bedeutung von NVV im Feld und die selbsteingeschätzte Beeinflussung der Erfolgserwartung wurden mithilfe eines explorativen Fragebogens erfasst, welcher als Papier- und online-Version vorlag (N = 387). Ergebnis: Deskriptive Ergebnisse zeigen, dass Athletinnen und Athleten das NVV von Mitspielern (M = 3.66; SD = .97) und Gegnern (M = 3.60; SD = .92) auf einer Skala von 1 (überhaupt nicht) bis 5 (sehr stark) in mittlerem bis starkem Ausmaß wahrnehmen. Die Beeinflussung der Erfolgserwartung ist stärker bei positivem NVV der Mitspieler (M = 4.07; SD = .82) und negativem NVV des Gegners (M = 3.50; SD = 1.21) als bei negativem NVV des Mitspielers (M = 3.43; SD = .95) und positivem NVV des Gegners (M = 2.74; SD = 1.01). Diskussion: Die Befunde deuten darauf hin, dass sich Athleten stärker von NVV beeinflussen lassen, das für sie selbst tendenziell selbstwertförderlich ist (positives NVV des Mitspielers, negatives NVV des Gegners) als von selbstwertreduzierendem NVV (negatives NVV des Mitspielers, positives NVV des Gegners). Diese Hypothese gilt es zukünftig experimentell zu prüfen, denn sie widerspricht der in den Populärmedien geläufigen Meinung, man merke einem Team anhand seiner negativen Körpersprache an, dass es vom eigenen Erfolg nicht überzeugt sei. Die Förderung von positiver Körpersprache wäre dann eine praktische Konsequenz im Teamsport.

Item Type:

Conference or Workshop Item (Speech)

Division/Institute:

07 Faculty of Human Sciences > Institute of Sport Science (ISPW)
07 Faculty of Human Sciences > Institute of Sport Science (ISPW) > Sport Science II

UniBE Contributor:

Seiler, Kirstin and Seiler, Roland

Subjects:

700 Arts > 790 Sports, games & entertainment
100 Philosophy > 150 Psychology

Language:

German

Submitter:

Kirstin Seiler

Date Deposited:

15 Nov 2016 12:04

Last Modified:

17 Feb 2017 11:57

BORIS DOI:

10.7892/boris.89356

URI:

https://boris.unibe.ch/id/eprint/89356

Actions (login required)

Edit item Edit item
Provide Feedback