Manual Talentidentifikation und -selektion

Fuchslocher, Jörg; Romann, Michael; Birrer, Daniel; Baer, Christof; Müller, Lea; Pürro, Dominik; Egli, David; Zuber, Claudia; Moser, Heinz; Gertschen, Reto; Rüdisüli, Ralph; Heyer, Louis (2016). Manual Talentidentifikation und -selektion. Bern: Bundesamt für Sport; Swiss Olympic

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Manual Talentidentifikation und -selektion_D_2016.pdf - Published Version
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Eine frühzeitige und nachhaltige Förderung von Nachwuchsathleten ist für die internationale Konkurrenzfähigkeit im Leistungssport auf Elitestufe entscheidend. Die Sportverbände haben die Aufgabe, vielversprechende Talente, d. h. Nachwuchsathleten mit besonderem Potenzial für hohe Leistungsfähigkeit und Erfolge, zu entdecken und urch eine gezielte Förderung an den Leistungssport heranzuführen. Dabei spielen die Talentidentifikation und -selektion eine wichtige Rolle. Idealer weise sind alle Selektionsschritte und Fördergefässe aufeinander abgestimmt und in den grösseren Rahmen der Talententwicklung und des Athletenwegs (FTEM) eingebettet. Die Talentidentifikation und -selektion stellen jedoch für das gesamte Sportsystem eine grosse Herausforderung dar. Auf Grund der zahlreichen komplexen Einflussfaktoren auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sind langfristige Voraussagen vor und während der Pubertät kaum möglich. Zudem hat das biologische Alter oft einen starken Einfluss auf das momentane Leistungsniveau. Dies kann dazu führen, dass «echte» Talente mit hohem Potenzial nicht gefördert werden und verloren gehen, während «falsche» Talente mit wenig Potenzial gefördert werden und dann den angestrebten Durchbruch nicht schaffen. Grundsätzlich sollten deshalb möglichst viele Nachwuchsathleten gefördert werden. Darum sollten Selektionen nur dann durchgeführt werden, wenn die Förderressourcen knapp sind oder eine Kaderselektion für Wettkämpfe notwendig ist. Mit dem vorliegenden Manual «Talentidentifikation und -selektion» sollen den Sportverbänden evidenzbasierte Empfehlungen zur Selektion von Talenten zur Verfügung gestellt werden. Auf der Basis der heute verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse soll die Talentselektion multidimensional, dynamisch, systematisch, transparent und objektiv durchgeführt werden. Die Leitidee der Talentselektion lautet nach wie vor: «Nicht die aktuell Besten, sondern die Geeignetsten». Es ist zu empfehlen, die Selektionsentscheidung unter Berücksichtigung des biologischen Entwicklungstands auf Grundlage von verschiedenen Beurteilungskriterien zu fällen: aktuelle Leistung, Leistungsentwicklung, Psyche und Athletenbiographie. Je nach Sportart und verfügbaren Ressourcen liefern weitere Kriterien, wie anthropometrische Voraussetzungen und Belastbarkeit, zusätzliche Anhaltspunkte für das Leistungspotenzial im Elitealter. Die Empfehlungen im vorliegenden Manual sind sportartübergreifend und müssen von den Verbänden sportartspezifisch angepasst und weiterentwickelt werden. Die Durchführung der Selektion verlangt nach korrekter Anwendung der Evaluationstools, nach Transparenz und Fairness gegenüber den Athleten. Für den Athleten sollen Selektionen als Bestandteil der langfristigen Förderung mit dazu beitragen, den vor ihm liegenden Weg an die Spitze zu erkennen und beschreiten zu können.

Item Type:

Book (Monograph)

Division/Institute:

07 Faculty of Human Sciences > Institute of Sport Science (ISPW)
07 Faculty of Human Sciences > Institute of Sport Science (ISPW) > Sport Science I

UniBE Contributor:

Zuber, Claudia

Subjects:

700 Arts > 790 Sports, games & entertainment

Publisher:

Bundesamt für Sport; Swiss Olympic

Language:

German

Submitter:

Claudia Zuber

Date Deposited:

21 Dec 2016 16:25

Last Modified:

11 Sep 2017 17:31

Uncontrolled Keywords:

Talent; Talentselektion; Athletenweg

BORIS DOI:

10.7892/boris.91529

URI:

https://boris.unibe.ch/id/eprint/91529

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