Der Zusammenhang zwischen Spatial-Suppression, Mental-Speed und psychometrischer Intelligenz

Thomas, Philipp (2017). Der Zusammenhang zwischen Spatial-Suppression, Mental-Speed und psychometrischer Intelligenz. (Dissertation, Universität Bern, Philosophisch-humanwissenschaftliche Fakultät)

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Spatial-Suppression beschreibt das Phänomen, dass die Bewegung eines visuellen Stimulus mit zunehmender Stimulusgrösse schwieriger zu erkennen ist. Gemäss Melnick, Harrison, Park, Bennetto und Tadin (2013) steht Spatial-Suppression in starkem positiven Zusammenhang mit psychometrischer Intelligenz (r = .64 und .71). Sie konnten zeigen, dass intelligentere Personen die Bewegung von kleinen Stimuli schneller wahrnehmen (einen höheren Mental-Speed aufweisen) und die Bewegung von grossen Stimuli langsamer wahrnehmen (stärker unterdrücken) als weniger intelligente Personen. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, zu prüfen, ob sich die Befunde von Melnick et al. mit einer grossen Stichprobe (N = 177) bestätigen lassen und inwiefern Spatial-Suppression eine neuartige Erklärungsmöglichkeit für Intelligenzunterschiede liefert, welche nicht bereits der Mental-Speed-Ansatz bietet. Während die Analysen auf manifester Ebene die Resultate von Melnick et al. nicht bestätigen konnten (r = .00), zeigte sich auf latenter Ebene ein schwacher bis mittlerer negativer Effekt zwischen der Spatial-Suppression-Aufgabe und psychometrischer Intelligenz (β = -.23). Weiterführende Analysen haben darauf hingedeutet, dass nicht wie von Melnick et al. vermutet das Ausmass an Spatial-Suppression mit psychometrischer Intelligenz zusammenhing, sondern die grundlegende Geschwindigkeit, mit der bewegte Stimuli wahrgenommen werden. Diese grundlegende Geschwindigkeit hing dabei nicht mit Mental-Speed zusammen und konnte einen eigenständigen Varianzanteil in psychometrischer Intelligenz erklären. Die vorliegenden Resultate stehen im Gegensatz zu den Annahmen und Ergebnissen von Melnick et al., weshalb zukünftige Untersuchungen zeigen müssen, ob der Spatial-Suppression-Ansatz zur Erklärung individueller Intelligenzunterschiede geeignet ist oder nicht.

Item Type:

Thesis (Dissertation)

Division/Institute:

07 Faculty of Human Sciences > Institute of Psychology > Personality Psychology, Differential Psychology and Diagnostics

UniBE Contributor:

Thomas, Philipp

Subjects:

100 Philosophy > 150 Psychology
300 Social sciences, sociology & anthropology > 370 Education

Language:

German

Submitter:

Igor Hammer

Date Deposited:

15 Aug 2017 11:37

Last Modified:

15 Aug 2017 11:37

URN:

urn:nbn:ch:bel-bes-2890

Additional Information:

e-Dissertation (edbe)

BORIS DOI:

10.7892/boris.104912

URI:

https://boris.unibe.ch/id/eprint/104912

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