Neue Befunde zur Hypothese zum zeitlichen Auslösungsvermögen – Vermittelt zeitliches Auflösungsvermögen tatsächlich den Zusammenhang zwischen Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit und Intelligenz?

Troche, Stefan; Pahud, Olivier; Rammsayer, Thomas H. (17 September 2018). Neue Befunde zur Hypothese zum zeitlichen Auslösungsvermögen – Vermittelt zeitliches Auflösungsvermögen tatsächlich den Zusammenhang zwischen Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit und Intelligenz? (Unpublished). In: 51. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie. Goethe-Universität Frankfurt, Frankfurt am Main. 15.09.-20.09.2018.

In einer früheren Studie erklärte das zeitliche Auflösungsvermögen (ZAV) nicht nur mehr Varianz in der allgemeinen Intelligenz (g) als Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit (IVG), sondern mediierte den Zusammenhang zwischen IVG und g auch vollständig. Dies wurde als Unterstützung der Hypothese zum ZAV interpretiert, die besagt, dass Personen mit hohem ZAV Informationen schneller verarbeiten und besser koordinieren können als Personen mit niedrigem ZAV. Daraus folgt eine höhere Effizienz der Informationsverarbeitung, die sich in höheren Intelligenztestwerten niederschlägt. Durch eine größere Anzahl von Aufgaben mit systematisch ansteigenden Anforderungen soll hier der Zusammenhang zwischen g und IVG optimiert werden, um zu überprüfen, ob die o.g. Ergebnisse auch unter diesen Umständen noch gültig sind. Dafür wurden 228 Personen (51% weiblich; 46% nicht akademisch), die im Durchschnitt 22.0 Jahre alt waren, mit dem Berliner Intelligenzstrukturtest sowie psychophysischen Aufgaben zur Erfassung des ZAV getestet. Zusätzlich wurden drei IVG-Aufgaben vorgelegt, in denen die Aufgabenanforderungen systematisch über jeweils drei Bedingungen gesteigert wurden. Mit Fixed-Links-Modellen konnte IVG-Varianz zerlegt werden in eine Geschwindigkeitskomponente, die auf die steigenden Aufgabenanforderungen zurückzuführen ist, und eine aufgabenunabhängige Geschwindigkeitskomponente. Strukturgleichungsmodelle belegten einen hohen Zusammenhang zwischen g und ZAV, β = .60, p < .001, der nicht durch die IVG-Komponenten mediiert wurde. Während ZAV den Zusammenhang zwischen g und der aufgabenunabhängigen IVG-Komponente komplett mediierte, erklärte die IVG-Komponente, welche die steigenden Aufgabenanforderungen widerspiegelte, Anteile der g-Varianz über ZAV hinaus. Die Bedeutung der Ergebnisse für die Hypothese zum ZAV sowie für die Frage nach den grundlegenden Prozessen, die zu Intelligenzunterschieden beitragen, wird diskutiert sowie die methodische Vorgehensweise zur Abbildung von IVG.

Item Type:

Conference or Workshop Item (Speech)

Division/Institute:

07 Faculty of Human Sciences > Institute of Psychology
07 Faculty of Human Sciences > Institute of Psychology > Personality Psychology, Differential Psychology and Diagnostics

UniBE Contributor:

Troche, Stefan; Pahud, Olivier and Rammsayer, Thomas

Subjects:

100 Philosophy > 150 Psychology
300 Social sciences, sociology & anthropology > 370 Education

Language:

German

Submitter:

Karin Dubler

Date Deposited:

27 May 2019 16:01

Last Modified:

27 May 2019 16:01

URI:

https://boris.unibe.ch/id/eprint/127836

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