Überlegungen zur Ikonographie gebildeter Frauen im Römischen Reich

Luginbühl, Josy Martina (23 September 2017). Überlegungen zur Ikonographie gebildeter Frauen im Römischen Reich (Unpublished). In: Darmstädter Diskussionen. 9. Interdisziplinäres Doktorandenkolloquium zu antiken Kulturen. TU Darmstadt. 20.-23. Sept. 2017.

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Mein Dissertationsprojekt hat zum Ziel, das Vorhandensein, die Ausprägungen und den Bildungsstand von Frauen im römischen Reich hinsichtlich Lesen und Schreiben zu untersuchen. Es soll dabei ein bisher kaum wissenschaftlich erarbeiteter Bereich des römischen Alltagslebens erfasst und untersucht werden. Aufgrund der Erwähnungen in den gut aufgearbeiteten Schriftquellen wurde bisher fast ausschliesslich die Ausbildung und Literalität von Männern untersucht. Die Interpretation derselben Schriftquellen mit einer zusätzlichen archäologischen, also objektbezogenen, Sichtweise wird ein neues Licht auf die in den Quellen wenig erwähnte Schreib-und Lesetätigkeit von Frauen werfen. Die Hauptquelle für meine Fragestellung sind Grabbeigaben aus Italien und den nordwestlichen Provinzen, welche Schreibgerätbeigaben wie Tintenfass, Stilus oder Wachsspatel enthalten. Dazu kommen Darstellungen von Frauen mit ebensolchen Geräten. Schliesslich nennen unter den epigraphischen Funden manche Grabinschriften Tätigkeiten oder Qualitäten von Frauen, die auf ihre Bildung hinweisen. Mein Vortrag an den Darmstädter Diskussionen soll sich dem zweiten Themenbereich widmen, dem der bildlichen Darstellungen von Lesen und Schreiben. Vor fast 100 Jahren lieferten Birt (1907/1976) und Marrou (1938/64) hierzu Grundlagenarbeiten, indem sie Bildnisse von Lesenden und Schreibenden sammelten und nach Motiven auswerteten. Wird eine Frau mit Schreibtäfelchen, Stilus oder Schriftrolle dargestellt, ist die Identifikation mit einer Muse schnell zur Hand und häufig auch zutreffend, insbesondere, wenn sie im Chor mit anderen, die Theatermasken und Musikinstrumente tragen, dargestellt ist. Weniger eindeutig zu interpretieren sind Porträtbildnisse, wie sie etwa auf Grabsteinen gefunden wurden. Hier überwiegen sowohl die Darstellungen von Männern, als auch die zu ihnen verfasste Forschungsliteratur. Dagegen werden die selteneren, aber dennoch vorhandenen Frauenbildnisse zwar in einschlägigen Korpora erwähnt, sind aber bisher noch nicht in weiterem Kontext behandelt und ausgewertet worden. Die verschiedenen Motive – schreiben auf eine Wachstafel, lesen, halten einer Schriftrolle – treten in den römischen Grabreliefs in unterschiedlichen Szenen an verschiedenen Orten des Reiches auf. Sind es nur Attribute für ideale Werte wie Bildung oder können sie etwas über die tatsächliche Lebenswelt aussagen?

Item Type:

Conference or Workshop Item (Paper)

Division/Institute:

06 Faculty of Humanities > Department of History and Archaeology > Institute of Archaeological Sciences > Archaeology of the Mediterranean Region

UniBE Contributor:

Luginbühl, Josy Martina

Subjects:

700 Arts > 730 Sculpture, ceramics & metalwork
900 History > 930 History of ancient world (to ca. 499)
900 History > 940 History of Europe

Language:

German

Submitter:

Josy Martina Luginbühl

Date Deposited:

10 Apr 2018 16:56

Last Modified:

10 Apr 2018 16:56

Uncontrolled Keywords:

Frauen; Literalität; Ikonographie; Grabreliefs

URI:

https://boris.unibe.ch/id/eprint/107962

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