Mit Yoga zum Erfolg? Was wirklich hinter Achtsamkeit in Unternehmen steckt

Niedermair, Jessica; de Groote, Julia Katharina; Hack, Andreas (2019). Mit Yoga zum Erfolg? Was wirklich hinter Achtsamkeit in Unternehmen steckt (Arbeitsberichte des Instituts für Organisation & Personal, Abteilung Personal, der Universität Bern). Bern Open Publishing 10.7892/boris.127063

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Achtsamkeit, die nichtwertende Aufmerksamkeit dem aktuellen Moment gegenüber, ist ein Thema, das momentan sowohl in der Praxis als auch in der Wissenschaft sehr viel Aufsehen erregt. Obwohl man Achtsamkeit und häufig auch Achtsamkeitstraining in der Praxis bereits sehr stark nutzt, weiss man – aus wissenschaftlicher Sicht – eigentlich noch gar nicht so viel darüber, ob Achtsamkeit auch nachweislich positiv ist. In den letzten Jahren hat sich deshalb die Wissenschaft vermehrt mit diesem Thema auseinandergesetzt und viele interessante Einblicke generieren können. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen wollten auch wir uns vertieft diesem Thema widmen und herausfinden, ob Praxis und Wissenschaft ein ähnliches Verständnis von Achtsamkeit haben; vor allem aber wollten wir der Frage nachgehen, ob Achtsamkeit sowohl auf individueller aber speziell auch auf Team-Ebene dem Einzelnen und den Unternehmen eine Hilfe sein kann. Um diese Fragen zu beantworten haben wir sowohl quantitative als auch qualitative Daten in Schweizer Unternehmen gesammelt. Wir haben hierfür Schweizer Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen kontaktiert und in diesen Unternehmen eine Umfrage oder tiefgehende Fallanalysen durchgeführt. In diesem Arbeitsbericht möchten wir nun einige interessante Erkenntnisse aus dieser Datenerhebung präsentieren. Unsere Ergebnisse zeigen, dass das Wissen und Verständnis der Achtsamkeit relativ hoch ist und viele Personen – wenn auch noch nicht die Mehrheit – Erfahrung mit Achtsamkeit oder mit Achtsamkeitsmeditation haben. Auch können wir zeigen, dass die individuelle Achtsamkeit, also die Achtsamkeit eines jeden Einzelnen, positiv mit der Arbeitszufriedenheit zusammenhängt und negativ mit der Intention zu kündigen. Das heisst, je achtsamer, desto zufriedener mit dem Job und desto weniger Absicht zur Kündigung. Da das innovative Verhalten von Mitarbeitenden in sehr vielen Branchen zentral geworden ist, haben wir uns auch diesem Zusammenhang gewidmet. Hier konnten wir feststellen, dass sowohl eine geringe als auch eine hohe Achtsamkeit vorteilhaft sind, nicht aber ein moderates Niveau an Achtsamkeit. Geringe Achtsamkeit ist verbunden mit Gedankenwandern, mit Gedanken an die Zukunft und Vergangenheit und dies kann für innovatives Verhalten genauso hilfreich sein wie das Fokussieren auf den Moment, was mit einer hohen Achtsamkeit einhergeht. Wir können zeigen, dass sich beide Extreme als nützlich erweisen können und nur ein Zustand dazwischen (sozusagen nichts Ganzes und nichts Halbes) einhergeht mit einem geringen innovativen Verhalten. Auch auf der Teamebene scheint die Achtsamkeit von Bedeutung zu sein: Achtsame Teams sind innovativer als weniger achtsame; zusätzlich sind Mitarbeitende in achtsameren Teams zufriedener mit ihrem Team und weisen eine höhere psychologische Sicherheit auf als Mitarbeitende in weniger achtsamen Teams. Diese Ergebnisse werden wir in unserem Arbeitsbericht ausführlicher diskutieren und im letzten Kapitel auch mögliche Implikationen für die Praxis aufzeigen.

Item Type:

Report (Report)

Division/Institute:

03 Faculty of Business, Economics and Social Sciences > Department of Business Management > Institute of Organization and Human Resource Management > Human Resource Management

UniBE Contributor:

Niedermair, Jessica; de Groote, Julia Katharina and Hack, Andreas

Subjects:

600 Technology > 650 Management & public relations

ISBN:

978-3-906813-87-5

Series:

Arbeitsberichte des Instituts für Organisation & Personal, Abteilung Personal, der Universität Bern

Publisher:

Bern Open Publishing

Language:

German

Submitter:

Jessica Niedermair

Date Deposited:

26 Feb 2019 20:31

Last Modified:

26 Oct 2019 07:08

Publisher DOI:

10.7892/boris.127063

BORIS DOI:

10.7892/boris.127063

URI:

https://boris.unibe.ch/id/eprint/127063

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