Kinderrechte: Ein sinnvolles Programm für eine pädagogische Haltung?

Ammann, Kira Zena (28 June 2018). Kinderrechte: Ein sinnvolles Programm für eine pädagogische Haltung? (Unpublished). In: Kongress der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung (SGBF) - «Bildung - Politik - Staat». Universität Zürich. 27.06.-29.06.2018.

Die Sicherung, Wahrung und Förderung der Kinderrechte durch Erziehung und Bildung ist nicht nur sinnvoll, sondern notwendig. So verschwinden durch die alleinige Verbreitung des Wissens über Kinderrechte zwar weder Misshandlung noch Vernachlässigung, aber Kinder und Jugendliche, die ein Bewusstsein für Rechte haben und ihre eigenen Rechte kennen, sind besser vor Gefährdungen geschützt und wissen, dass sie das Recht auf Schutz und Unterstützung haben. Bisherige Ergebnisse weisen darauf hin, dass das Wissen um eigene Rechte bei Kindern und Jugendlichen wenig verbreitet ist (vgl. Ammann, 2014). Mit dem vorliegenden Beitrag soll die Bedeutung der Wahrnehmung von Rechten als erster Schritt zu deren Umsetzung aufgezeigt werden. Denn Kinderrechte müssen weder erworben, noch verdient werden, solange Kinder und Jugendliche jedoch nicht um ihre Rechte wissen, können sie sich auch nicht dafür engagieren. Die historische Bedeutung der Gewährung von Rechten für Bildung und Erziehung zeigt sich beispielsweise darin, dass Kinderschutzarbeitsgesetze zur Herausbildung moderner Kindheit beitrugen, die Schulpflicht liess das Recht auf ein festgelegtes Mass an Schulbildung zu und Eltern und Staat wurden verpflichtet, dazu Sorge zu tragen. Entsprechend bieten Rechte eine Grundlage für bildungstheoretische Reflexionen und es ist auch aus dieser Perspektive zu klären, wie ein Kind als Trägerin bzw. Träger von Rechten Anerkennung erfährt. Im Rahmen dieses Beitrages und der Frage nach Programmen geht es deshalb darum, wie Kinder dazu befähigt werden können, ihre Rechte selber wahrzunehmen, damit eine effektive und nachhaltige Bewusstseinsverankerung für Kinder- und Menschenrechte stattfinden kann. So stellt sich die Frage nach den Faktoren, welche erfüllt sein müssen, damit eine Anwendung und Umsetzung der Kinderrechte wirklich gelingt und den Rahmenbedingungen, welche Kindern die Inanspruchnahme ihrer Rechte erleichtert. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass es weder das Kind noch die Kindheit gibt, bietet der vorliegende Beitrag eine erziehungswissenschaftliche Sichtweise auf die Rechte des Kindes und wie diese damit im Sinne der gemeinsamen Umsetzung für den jeweiligen Bezugsrahmen nutzbar gemacht werden können. Kulturelle wie auch systemische und dynamische Faktoren sollen dabei ebenso miteinbezogen werden, wie das Verständnis und die Anwendbarkeit der Rechte aus der Sicht des Kindes.

Item Type:

Conference or Workshop Item (Speech)

Division/Institute:

07 Faculty of Human Sciences > Institute of Education > General and Historical Educational Science

UniBE Contributor:

Ammann, Kira Zena

Subjects:

300 Social sciences, sociology & anthropology > 370 Education

Language:

German

Submitter:

Kira Zena Ammann

Date Deposited:

06 Jul 2020 11:29

Last Modified:

06 Jul 2020 11:29

URI:

https://boris.unibe.ch/id/eprint/144189

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