Philostrats Briefe – Einheit in der Vielfalt, Vielfalt in der Einheit?

Burri, Renate (25 November 2021). Philostrats Briefe – Einheit in der Vielfalt, Vielfalt in der Einheit? (Unpublished). In: Online Workshop „Einheit in der Vielfalt, Vielfalt in der Einheit? Rudolf Herchers Epistolographi Graeci“. online. 25.11.2021.

Die Forschung zu den 73 unter Philostrats Namen überlieferten Briefen steckt, ganz im Gegensatz zur Beliebtheit manch anderer seiner Werke als Forschungsgegenstand, in einer Krise. Hauptgrund dafür ist die komplexe handschriftliche Überlieferung der Briefe und die daraus hervorgehende Unsicherheit, welche der mehreren überlieferten Fassungen der Briefsammlung die ,echte‘ ist, welche Reihenfolge der Briefe auf den Autor zurückgeht, welche Version einiger Briefe, die in unterschiedlichen Längen überliefert sind, authentisch ist, warum sich einige Briefe formal und inhaltlich so stark von anderen unterscheiden und ob die Sammlung überhaupt von Philostrat verfasst wurde.
Die genannten Probleme, insbesondere was die Auswahl und Anordnung der Briefe und deren unterschiedlich lange Textfassungen betrifft, scheint das Vorhaben einer neuen Edition vor schier unüberwindbare Probleme zu stellen. So stützen wir uns für Philostrats Briefe nach wie vor auf Textausgaben aus dem vorletzten Jahrhundert: Neben derjenigen Herchers in seinen Epistolographi Graeci (1873, 468–489) und neben Boissonades Edition von 1842 sind vor allem Kaysers Ausgaben von 1844 (editio maior) und 1871 immer noch maßgebend.
Mit einer traditionellen textkritischen Analyse scheinen mir die Fragen nach der Formierung des Briefcorpus und der Beurteilung seiner unterschiedlichen Fassungen kaum lösbar. Könnten sie mit einer kodikologisch-paläographisch-historischen Untersuchung der einzelnen Textzeugen geklärt werden? In welchem inhaltlichen und materiellen Gesamtkontext Philostrats Briefsammlung in den Handschriften auftritt, welche inhaltliche und kodikologische Position und Funktion die Briefe im jeweiligen Textzeugen einnehmen und welcher ,Sitz im Leben‘ die einzelnen Handschriften hatten, wurde bisher nie untersucht. Diese Aspekte dürften aber für die offenen Forschungsfragen äußerst aufschlussreich sein.

Item Type:

Conference or Workshop Item (Speech)

Division/Institute:

06 Faculty of Humanities > Other Institutions > Walter Benjamin Kolleg (WBKolleg) > Center for Global Studies (CGS)

UniBE Contributor:

Burri, Renate Marianne

Subjects:

000 Computer science, knowledge & systems > 090 Manuscripts & rare books
300 Social sciences, sociology & anthropology > 370 Education
400 Language > 480 Classical & modern Greek languages
800 Literature, rhetoric & criticism > 880 Classical & modern Greek literatures
900 History
900 History > 930 History of ancient world (to ca. 499)
900 History > 940 History of Europe

Language:

German

Submitter:

Renate Marianne Burri

Date Deposited:

20 Apr 2022 14:16

Last Modified:

20 Apr 2022 14:16

URI:

https://boris.unibe.ch/id/eprint/168157

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